TEXTE



WIRTSCHAFTSJOURNALISMUS

 

Nichts ist interessanter als die Wirtschaft! Eine kühne These, die nicht nur Ökonomen in Bewegung setzt. Auch der verwunderte Zeitungsleser sollte etwas für das gewisse Etwas zum Durchblick erhalten. Es kommt eben auf den Zusammenhang an. Heraus aus den Häppcheninformationen und hinein in den Fluss der Wirtschaft. In vielen Fällen wird es populärwissenschaftlich am besten gelingen, "vertrackte Materie" zum Glänzen zu bringen. 

 

Ich arbeite speziell im Medienmarketing und publiziere zu wirtschaftsphilosophischen und Marketingthemen in Gesellschaft und Kultur.

 

# Fachberichte

# Interviews

# Rezensionen

 


KUTURJOURNALISMUS

 

Nicht jeder Event ist Kultur, aber auch viele kleinen Pinselstriche, Wortarbeiten, artistische Saltos und andere künstlerische Fingerfertigkeiten verdienen einen Satz und mehr als ein "Bravo".

 

Ich begleite journalistisch Kulturereignisse aller Art, besonders in den deutsch-spanischen/ deutsch-kanarischen sowie deutsch-mexikanischen Kulturbeziehungen.

 

Ich schreibe Buch-Rezensionen im Bereichen Kultur und Kunst für Veröffentlichtungen in Print und Online-Medien Deutschands, der Niederlande und Spaniens.

 

Ich leite bzw. betreue Online-Redaktionen, recherchiere, schreibe und fotografiere zu den gewünschten Themengebieten

 


PROJEKTBEISPIELE KULTURJOURNALISMUS/1/ TEXT-BILD-BEITRAG/ ONLINE/ PRINT


photo©byleónwschoenau
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EMOP Berlin 2016 – European Month of Photography

 

Bildabwertung, Bildaufwertung ...

Resignation versus Kreation. Die Photobookdays in Berlin

 

Von León Wolfgang Schönau

 

 

Der heutigen digitalen Bilderproduzenten, das sind wir alle, die mit unterschiedlich ausgeprägten Seh- und Sichtweise,n Geräten und Kreativeinstellungen uns selbst,  den Globus und alle seine empfangsbereiten Bewohner mit Fotos aller Art fluten. Ja, fluten ... Als nichts anderes wird die große Errungenschaft des neuen „Sich-Ein-Bild-Machens“ wahrgenommen. Die Mehrzahl der flutbedingten Begleitkommentare ist deshalb auch skeptisch und ruft erneut den Sisyphos zur Symbolfigur des immer wieder von vorn beginnenden und enden wollenden fotografischen Handelns auf. Nicht kontemplatives Eintauchen in die abgebildeten Schön- oder Grausamkeiten unserer Welt ist angesagt, sondern das flüchtiges Betrachten der Oberfläche, reizhungriges Zappen auf das nächste Motiv und intensives Sharing. Satt sind wir wohl nie mehr ...

 

Und so deutet sich schon seit Längerem die aus solchen bildverspeisenden Methoden erwachsende Gegenbewegung an, die nach neuen kulturellen Methoden ruft. Eingeschlossen haben die Anhänger dieser Richtung auch schon das stärkere Ordnen, Sortieren, Filtern, Editieren, Bewerten, Kategorisierung – ja so gar das Löschen von Daten.

 

Die in den europäischen Fotografiemonat, dem größten deutschen Fotofestival, gleich am Anfang der Aufmerksamkeitsphase für Fotografie eingebetteten Bookdays Berlin (30.09.-02.10.16) im Museum für Fotografie der Helmut-Newton-Foundation setzten da schon gleich mal kräftige Signale in der wabernden Diskussion.

 

Der Gang durch die Ausstellung zeigte die nicht überraschende, jedoch immer weder nur beim Anfassen und Blättern der Fotobüchern sich bestätigende Wahrheit: Gerade im digitalen Zeitalter ist das Buch, das sich auf Wiedergabe von Fotos konzentriert, ein optimales Medium. Von Einband, Titeldesign bis Format, vom Grafikdesign und ganz subtiler Typografie bis zum üppigen Artwork, vom quasi handgefertigten Einzelstück bis zur Massenauflage ... können so „Objekte der Begierde“, regelrechte künstlerische Unikate, folglich auch  vollwertige Sammlerstücke entstehen.

 

Ja, wer hätte es geglaubt: Sogar der künstlerische Produktionsprozess gerät in den Mittelpunkt vielfältiger Betrachtungen und Dokumentationen. Ich beobachtete dort (und überhaupt nicht am Rande der Show), wie emsig und konzentriert die Workshops im Museum zur Buchherstellung genutzt wurden. Da war alles zu sehen zu lernen und zu erleben, was Buchmacherkunst im digitalen Zeitalter heißt und wie Papier, Karton, massenweise Spiralheftungen mit Computern und Scannern zusammen das produktive Lied des Besondern spielten. Natürlich hieß das ganze nicht „Werkstatt Buchbinderei“ sondern im Zeitgeistenglisch „Performance“. Auch etwas Besonders nahm ich dort wahr: Die Fotoergebnisse von zwanzig Studierenden der ECA, Kantonale Hochschule für Kunst und Design, aus der Schweiz wurden zu den Bookdays innerhalb besagter Performance öffentlich gedruckt und gebunden. Und nun das für mich wirklich Besonderes: Ein Paint-Brush-Artist sorgte am fertigen Fotobuch noch mit farblichen Noten für hohe Individualität eines jeden Produkts.

 

Sowohl kleine Einpersonenverlage als auch kulturell multiple Publisher waren in der Präsentation vertreten. Livepräsentation der kleinen und großen Kunstwerke auf großer Leinwand waren ebenso nicht außergewöhnlich, wie intimes Signieren der Buchkünstler, die dem interessierten Käufer und sogar dem sich deutlich artikulierenden Nichtkäufer sympathisch unaufgeregt und unkommerziell zugewandt blieben.

 

Nicht zu vergessen, dass man auch dort fürs kreative schweißtreibende Arbeiten „am Book“ belohnt werden möchte. Nicht nur mit Verkauf, sondern auch mit professionellen Lorbeeren der eingeschworenen Gemeinschaft. Bekannt dafür ist der Photobook-Award der Paris Aperture Foundation (http://aperture.org/photobookawards/). Erst 2012 gestartet, ist ist diese Trophäe inzwischen bereits der Preis für Photobooks überhaupt. Die preisgekrönten Werke des Vorjahres konnte man bereits auf den Bookdays bewundern. Die Shortlist der Nominierungen für 2016 konnte ich auf einem Blatt A4 auch mitnehmen. Indessen heißt es Warten bis November des Jahres, wenn dann die diesjährigen Gewinner strahlen werden.

 

Das ganze Programm der EMOP 2016 visualisiert die Welt noch bis Ende Oktober in rund 150 Locations in Berlin. Es ist auch insofern europäisch zu nennen, da es im Netzwerk mit weiteren Fotofestivals zusammenarbeitet: In Bratislava, Budapest, Ljubljana, Luxemburg, Paris und Wien. Alle Veranstaltungen im Überblick: http://www.emop-berlin.eu/de/

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Berliner Kaffehausleben:

Auf einen Latte im „Grosz“

Essay von León W. Schönau

photographics©byleónwschoenau
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So schnöde sollte man eigentlich die wieder auftauchende Berliner Kaffeehauskultur nicht ins Textfenster lassen. Anderseits zeigt sich heute am „Latte“, was noch hinter Kaffee & Co steckt.

 

Wir gehen ins „Grosz“, jenes eben gerade neu eröffnete Café (sowie Bar und Restaurant gleichen Namens) im Haus Cumberland in bester Ku´dammlage. Cumberland, eine der alten Grafschaften in England und Namensgeber für den wohlklingenden Adelstitel eines Herzogs vom Cumberland (das englische Königshaus lässt grüßen). Anfang des 20. Jahrhunderts als sogenannter Boarding–Palace, d.h. als Appartement-Hotel errichtet, durchlief der Prachtbau auf fast 10.000 Quadratmetern Grundstücksflächen verschiedenste Stationen: Kaiserliches Waffen- und Munitionsbeschaffungsamt, Grandhotel, Oberpostdirektion, Reichswirtschaftsministerien, Bühnen, Kinos, Oberfinanzdirektion ... und heute eben das historisch voll restaurierte Geschäfts- und Wohnhaus.

 

Wir treten ein. Durch den trutzburgähnlichen Gewölbeeingang muss man sich erst mal trauen... Die Lettern GROSZ begleiten uns. Ob Grozs himself uns begleitet, werden wir noch sehen ... Der erste optische Empfang saugt uns in einen langen Raum hinein, der durch schnurgerade Gangführung sich nach hinten durchzieht. Rundbögen in größerer Höhe, stuckverziert und goldornamentiert geben dem vorderen Teil etwas leicht Sakrales. Über uns am Eingang sogar eine Empore. Links reflektieren sich emsig arbeitende Büfetiers im leicht Patina überzogenen halbblinden Spiegelhintergründen. Eine Bar mit deckenhoch dekorierter Flaschenvielfalt aus der gesamten alkoholischen weiten Welt schließt sich an. Wir streben einem Tischchen an der Wand mit rechtsseitig plätschernden Springbrunnen an.   Das Geräusch beruhigt und verbreitet Entspannung. Aber wo ist Grosz?

 

Die Kaffeekarte selbst verbreitet kein Grosz´sches Flair. Sie ist gediegen in Braun und Goldschnitt gefertigt und alles Angebotene, von Kaffee, bis Tee, über alle Wässer bis zu den kleinen Tart-Empfehlungen kommt bürgerlich gediegen daher, mit einem leichten Schuss bourgeoisen Wortschöpfungsflair, das man sich wohl gerade noch leisten kann ... Das offensichtlich auch wohl saturierte Publikum entspricht in Habitus und Kopfneigung jener Kaffeehausatmosphäre, die wir eigentlich suchten. Nicht zu alt, nicht zu jung, eben so Mitte ... Wir bringen uns jenes bekannte Grozs-Bild „Die Stützen der Gesellschaft“ in den Kopf, aber die Kaffeehauswände geben nichts dergleichen her. Ein paar rascheln altmodisch mit Zeitungen, vornehmlich SZ und FAZ, und lesen darin. Der Rest verfolgt das Suggestive seiner Smartphones. Wo aber befindet sich der typische Zeitungsständer der Altberliner Kaffeehausbauart?

 

Unser Gewünschtes wird schnell und aufmerksam serviert und wir genießen das Kaffeehausmurmeln mit Teelöffelklappern. Im Rundumblick vermögen wir keine Grosz´schen Einsprengsel festzustellen. Weder etwas, dass nach seinen Worten wie „Kunst ist Waffe“ noch anderweitig sozial und gesellschaftskritisch daher kommt. Eine Revolution à la Grosz hier im gleichnamigen Kaffeehaus ist also nicht zu befürchten ...

 

Erst als der unvemeidliche Gang zur Toilette starten muss und die Wegeführung dorthin sich doch noch als „künstlerisch begleitet“ darstellt, werden weitere Bilder an den Wänden entdeckt, die jedoch ebenfalls keinen echten oder reproduzierten Grosz verraten. So ist dann die Überraschung groß, als treppab ins tieferliegende WC  zwei sehr großformatige Groszreproduktionen sich hinterm rechten Handlauf an den Wänden hochziehen: „Eclipse oft he sun“ und „Dedicated to Oskar Panitza“. Da hätten wir ihn dann endlich doch, den unerbittlich kritischen, den so oft politisch Spottenden, den Dadisten, den Kubisten, den Berliner, der mal am Savignyplatz, mal in der Tautenaustraße in Schöneberg zu Hause war. Zugegeben, das bevölkerte Treppenhaus macht Ruhe, Distanz und Betrachtung der zwei irgendwie versteckt wirkenden Groszwerke nicht eben ersprießlich. Aber den Beweis, das Grozs im GROSZ zu finden ist, haben wir dann doch angetreten. Noch einen Kaffee-Latte bitte, Herr Ober!

 

Text©León W. Schönau


DIE BILDSTRECKE ZUM TEXTBEITRAG (OBEN)


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PROJEKTBEISPIELE/ BEITRAG FÜR "ESPAÑA EXTERIOR"



PROJEKTBEISPIELE/2 ONLINE-REDAKTION UND TEXT/BILDBEITRÄGE FÜR DAS INTERNETPORTAL "AMBIENTE MEDITERRAN"



TEXTBEISPIEL FÜR ONLINEPORTALE "AMBIENTE MEDITERRAN"



PROJEKTBEISPIEL 4/ AUFMACHER EINES KULTURPOLITISCHEN RUNDTISCHGESPRÄCHSES (FÜR "USP" - MAGAZIN DES MARKETINGCLUB BERLIN)



PROJEKTBEISPIEL 5/ BERICHT WOCHENPRESSE/AUSLAND, ÜBER EIN KANARISCHES FILMFESTIVAL IN BERLIN



KOMMENTARE, ESSAYS, GLOSSEN ...


PROJEKTBEISPIELE  ESSAY´S UND GLOSSEN


ESSAY "WIR FLASCHENKINDER", TEXT© BY LEÓN W. SCHOENAU

PROJEKTBEISPIEL/ GLOSSE/FÜR "TAGESSPIEGEL"


KURZGLOSSE "BACH´S HANDY". TEXT © BY LEÓN W. SCHOENAU


PROJEKTBEISPIEL/ GLOSSE/ AUS DEM CTD-LOGBUCH


GLOSSE "MASTHÄW". TEXT © BY LEÓN W. SCHOENAU

MastHäw!

 

Hat Sie der Ruf auch schon ereilt? Ach, was heißt „der Ruf!“, der Schrei!, das Kreisch, das Nonplusultra für Ihre Selbstbestätigung! Wenn die Verkaufsstrategen für Kleider, Schuhe, Autos, Mak-up, Flachbildschirme und vor allem Tablets und Smartphones nichts mehr einfällt, fällt ihnen „Masthäw!“ ein – in einfachem Deutsch geschrieben: „Must have!“. Alle verstehen es, vor allem alle die, die in und “ober-in“ sind, die „wissen, was läuft“, „was angesagt, was up to date ist“, auch diejenigen, die den Zeitgeist ständig ein- und ausatmen, die permanent „gut aufgestellt“ sind und ein paar wenige Weitere aus der Region 50+, die immer so nett meinen zu wissen, „wie der Hase läuft“.  Für diese Kernzielgruppe haben die Marketers den omnipotenten Bestimmungssatz „Must have!“ erfunden, mit einem bis 10 Ausrufezeichen, je nach beabsichtiger Interjektion. Denn die besondere Hilflosigkeit dieser Gruppe trotz allem geschwörten Selbstbewusstseins besteht darin, nicht zu wissen, was man substanziell haben muss, um in Beruf und Gesellschaft die von seinem Coach angediente Rolle glamourös und wettbewerbsgeil auszuführen. Kein Problem, wozu gibt es schließlich das Mustäw-Marketing? Vor allem hilft es. Und vor allem ist es so was von identitätsfördernd, das eigene, gerade erworbene Musthäw-Produkt anderen in schillerndsten Farben darzustellen, einschließlich der bewusstseinserweiternden Folgen für den Häwer (bei Frauen, beim Chef, bei der Karriere, im Bett ...). Jetzt tritt endlich der Musthäw-Effekt ein – ein Schneeballeffekt der marksättigenden Art. Aus einem Mastäwer werden nach geworfenen Mustauchhäw-Schnellball viele andere Möchtegerne, große und kleine Häwer. Sie reihen sich ein in die individuelle Marketingarmada der Vorteilspreiser und Produktlobesspender. Von überall her schallt es nun „schau mal“, sieh mal“ , oh wie geil“, „ich hab es auch“ ... Den Nichtmasthäwer aber trifft der Häwtsunami wie ein Schlag. Je nach Grad des Selbstbewussteins versucht er er im wildbewegten Ozean der Häwer an der Oberfläche zu bleiben. Es ist ein harter Kampf. Droht er dabei unterzugehen, kann er aber gewiss sein, dass ihm nichts passieren wird. Zur rechten Zeit kommt einer geschwommen und schiebt ihm einen Rettungsring übers kalte Wasser zu: „Must have!“. Text©byleonwschoenau