AUS LIEBE : DIE KANAREN

POR AMOR A CANARIAS


Wenn das Fremde Stück für Stück ein Teil der Heimat wird, dann ist es wohl soweit, Farbe zu bekennen, sagte ich zu mir. Und so konzentrierte ich mich mehr und mehr, zunächst in den wenigen Ferientagen vom stressigen Hauptjob, später in den zunehmenden Auszeiten im freien Job auf eine emotionale Hauptsache in meinem Leben: Licht, Farben, Lebensart, Wärme, liebenswerte Menschen, andere Tempi, andere Modi. Eben auf die kanarische Lebensart, wie sich NICHT mit Rabattanspruch im Tourismuskatalog verkauft und in der Schnelle eines Viertage-Tripps im Fünfsternehotel „abgearbeitet“ werden kann.

 

El estilo de vida de las Canarias” oder “El modo de vida, el canario”, wie die Sache vor Ort heißt, wird von den Einheimischen ganz klar weniger reflektiert als von den Unbedarften, den Reisenden mit den zu tiefsinnigen Blicken und möglicherweise zu aufdringlichen Fragen...

 

“Wir leben hier ganz normal”, ist das kanarische Understatement zu diesem Thema. Und doch – befinden sich die Canarios im Ausland, erzielt man mit ihnen schnell Übereinstimmung zum immer auch für sie etwas gefühlsduseligen Heimatthema. Dann kommt man ohne Umschweife auf Meer, Sonne, Berge, Licht, Frauen/Männer, amor y dinero, Heimat, Insel, Ferne … zu sprechen. Völlig folklorefrei und unverkrampft wird auf einmal die kanarische Seele freigelegt. Sie hält es dann mit den Tages- und auch Nachtträumen und der Sentimentalität beim Lauschen zum Gebirgsbachrauschen oder des Hautempfangs einer frischen Brise des eben gerade aufschäumenden Wellenkammes genau so, wie der der Ausländer seinen “kanarischen Virus” erlebt: Immer wiederkommen, wiederkommen, wiederkommen…

Siempre volver, volver, volver…